Samuel Kleinschmidt (1814–1886) war ein deutscher Missionar, Linguist und einer der bedeutendsten Reformatoren der grönländischen Sprache. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Standardisierung der grönländischen Schriftsprache und trug maßgeblich zur Entwicklung eines orthographischen Systems bei, das bis in das 20. Jahrhundert hinein verwendet wurde.
Sein Leben und Wirken
Samuel Kleinschmidt wurde in der Herrnhuter Brüdergemeine geboren und wuchs zweisprachig auf, da sein Vater als Missionar in Grönland tätig war. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde selbst Missionar sowie Sprachforscher. Sein besonderes Interesse galt der grönländischen Sprache, die er intensiv studierte und systematisierte.
Reform der grönländischen Schrift
Vor Kleinschmidts Reform gab es keine einheitliche Schreibweise für das Grönländische, das bis dahin in verschiedenen Variationen von Missionaren verschriftlicht worden war. Er entwickelte ein orthographisches System, das sich stark an der phonetischen Struktur der Sprache orientierte. Eine der bedeutendsten Änderungen war die Einführung einer konsequenten Unterscheidung zwischen langen und kurzen Vokalen sowie die genauere Wiedergabe der Morphologie der Sprache.
Sein wichtigstes Werk
Kleinschmidts Hauptwerk war die Grammatik der grönländischen Sprache (1851), in der er die Strukturen der Sprache detailliert beschrieb. Diese Grammatik diente jahrzehntelang als Standardwerk für die Erforschung und den Unterricht des Grönländischen.
Sein Einfluss
Kleinschmidts Orthographie wurde lange Zeit als offizielles Schreibsystem in Grönland genutzt. Erst 1973 wurde sie durch eine modernisierte Version ersetzt. Dennoch bleibt sein Einfluss auf die Entwicklung und Erforschung der grönländischen Sprache bis heute bedeutsam.
Fazit
Samuel Kleinschmidt war nicht nur ein Missionar, sondern auch ein Sprachwissenschaftler, der die grönländische Sprache tiefgehend analysierte und ein langlebiges Schriftsystem schuf. Sein Wirken hat die sprachliche Identität Grönlands nachhaltig geprägt.
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