1879 – 1881 Jeannette-Expedition
Land: USA Leiter der Expedition: George Washington de Long
Ziel: Rettung der Mannschaft der „Vega“ von Adolf Erik Nordenskiöld (Hauptziel : der Nordpol)
Expeditionsteilnehmer: (insgesamt : 32)
- George Washington de Long Expeditionsleiter (USA, * 22.8.1844,† 30.10.1881 – Lena Delta)
- George. Wallace. Melville (Schiffs-Ingenieur,geb. 10.01.1841, † 17.03.1912)
- Dannenhauer, John (Kapitän)
- Chipp (Leutnant, verschollen)
- William Dunbar (Eislotse, USA)
- Dr. Ambler (Schiffsarzt, USA, † 30.10.1881 – Lena Delta)
- Raymond Newcomb (Wissenschaftler)
- Paul Howard (Reporter des New York Harald, USA,
Matrosen:
- Lee (Matrose, †1881 – Selbstmord – auf dem Weg übers Eis)
- Boyd (Matrose,†30.10.1881 – Lena Delta)
- Bartlett (Heizer)
- Bradford (Matrose)
- Brooks (Matrose, † 10.1881 Lena – Delta)
- Erichson (Matrose, † 09.1881 kurz nach erreichen des Lena – Delta )
- Sharwell (Steuermann)
- Manson (Matrose, Schwede, † 1881 ertrunken – auf dem Weg übers Eis)
- Kaach (Matrose, † 21.10.1881 – Lena Delta )
- Iverson (Matrose, †1881 von Brooks erschlagen – auf dem Weg übers Eis)
- Dressler (Matrose, † 29.10.1881 – Lena Delta )
- Goertz (Matrose, †30.10.1881 – Lena Delta )
- Collins (Matrose, †1881 – Lena Delta )
- Noros (Matrose )
- Cole, Jack (Matrose)
- Starr (Matrose, Russland, †1881 – auf dem Weg übers Eis – Insel Kotelny / Semenow Insel)
- Sweetmann (Matrose,Zimmermann)
- Tong Sing (Hilfskoch, China)
- Ah Sam (Koch, China, †1881 – Lena Delta)
- Nindemann (Zimmermann, Deutschland, Geb. 22.04.1850 in Gingst – Rügen, )
- Alexey (Jäger + Hunderführer, Aleuten – Indianer, † 17.10.1881)
- Aneguin (Jäger + Hundeführer, Aleuten – Indianer, † 11.1881 in Irkutsk)
40 Hunde
Schiff: Jeannette (Stapellauf 1861)
Beschreibung:
Gordon Bennett Jr. wandte sich an Sir Allen Young, der seine Privatjacht „Pandora“ verkaufen wollte. Er hatte sie einst von der britischen Marine erstanden, die Geschütze abmontieren lassen und sie für Fahrten in die Arktis ausgerüstet. Er hatte mit ihr auch an der Suchexpedition nach Franklin teilgenommen.
Bennett kaufte ihm das Schiff ab, ließ es in Walkers Yard an der Themse für die Überfahrt nach San Francisco ausrüsten und taufte es auf den Namen seiner Schwester „Jeannette“. Youngs Steuermann brachte es ihm nach Le Havre (Frankreich). De Long brachte das Schiff am 8.Juli nach San Francisco.
Besitzer:
- 1861 – 1875 Royal Navy,
- 1875 – 1878 Sir Allan Young,
- 1878 – 1881 James Gordon Bennett Jr.
- Gesunken: 13.06.1881
Länge: 43 m
Expedition
Am 8. Juli 1879 brach de Long in San Francisco (USA) mit dem Schiff „Jeannette“ und 32 Mann Besatzung zu einer von dem Verleger James Gordon Bennett Jr. finanzierten Nordpolarexpedition zur Klärung des Schicksals des von Adolf Erik Freiherr von Nordenskiöld genutzten und vermissten Schiffs „Vega“ auf.
Nach einem Zwischenstopp in Alaska passierte die „Jeannette“ am 29. August 1879 die Beringstraße und erreichte die Tschuktschenhalbinsel. Hier erfuhr De Long, dass die „Vega“ nach geglückter Überwinterung ihre Fahrt fortgesetzt hatte.
Daraufhin fasste er den Entschluss, mit der „Jeannette“ den Nordpol ( Andere Quellen besagen, das de Long das eigentliche Ziel der Expedition – den Nordpol – schon bei der Abreise aus San Francisco kannte, aber vor der Mannschaft geheim gehalten hatte, für die Mannschaft war das Expeditionsziel die Rettung der Mannschaft der „Vega“ von Nordenskiöld) zu erreichen.
Am 5. September 1879 fror die „Jeannette“ in der Nähe der Heraldinsel im Eis des Arktischen Ozeans ein. Bereits nach kurzer Zeit schlug das Schiff Leck. Während der folgenden Eisdrift entdeckte De Long die nach ihm benannten De-Long-Inseln. Nach 2 Jahren geriet sein Schiff jedoch in schwere Eispressungen und sank am 13. Juni 1881 ca. 800 km vor der Mündung des Flusses Lena. De Long und seine Besatzung konnten sich aber retten.
Der Marsch
Während ihres Marsches zur Küste Sibiriens wurden sie von der Eisdrift jedoch weiter Richtung Norden verschlagen. Da sich in den Folgetagen die Richtung und Intensität der Eisdrift änderten, erreichten die Schiffbrüchigen im September 1881 die Neusibirischen Inseln.
Am 12. September beschlossen die Schiffbrüchigen mit ihren 3 Booten das Übersetzen zum Lena-Delta. Ein Boot unter Führung De Longs, eins unter Führung von Ingenieur Melville (der eigentliche Bootsführer Leutnant Dannenhauer konnte wegen Schneeblindheit seine Aufgabe nicht wahrnehmen) und ein Boot unter Führung von Leutnant Chipp nahmen den Kurs auf. Sie gerieten bald in einen Sturm und wurden getrennt. Das Boot unter der Führung von Leutnant Chipp ist für immer verschollen.
Eine Gruppe wurde von jakutischen Jägern gerettet. Von der zweiten Gruppe, die De Long selbst geführt hatte, fehlte zunächst jede Spur.
Nach einigen Tagen erreichten jedoch zwei Mann der De Long-Gruppe (Nindermann und Noros) das Lager der Jakuten und trafen auf ihre Kameraden. Im November 1881 waren sie wieder soweit hergestellt, dass die Überlebenden zu der Stelle aufbrechen konnten, wo die De Long-Gruppe offensichtlich an Land gegangen war. Von De Long und seinen Männern fanden sie Spuren.
1882 fand die Suchgruppe unter Führung des Schiffsingenieurs G. W. Melville (Führer des Bootes der „Jeanette“, welches sibirische Ansiedlungen erreichte) die letzten Lager der Gruppe von W. De Long. Ein Lager wurde an einer Uferböschung eines Lenaarms gefunden.
Dort, um eine Feuerstelle, fand man die Leichen von Lee, Kaach, Iverson, Dressler, Goertz und Collins. Etwa 500 m weiter sahen die Sucher eine starre, erfrorene Hand, die aus dem Schnee ragte. Es war die Hand De Longs, die auf das „letzte Lager“ aufmerksam machte. Dort fand man die Leichen von De Long, Dr. Ambler und Ah Sam. Dicht neben der Leiche von Washington De Long lag auch sein Tagebuch 1).
Die Suchexpedition errichtete ein Grabmal, auf einem Kreuz wurden die Namen all derer angebracht, die vom Boot De Longs gestorben waren. Besonders die Eintragungen der letzten Tage der unglücklichen Gruppe De Longs in seinem Tagebuch sind mehrfach veröffentlicht worden, die letzte Seite als „Kopie des Originals“. Das Internet ermöglicht die Einsicht in das gescannte Original2) und zeigt, dass es ein nachgemachtes „Original“ ist. Der Text der letzten Tage ist aber authentisch. Man erfährt dort, dass die Mitglieder der Gruppe De Long einfach verhungert sind.
Späte Funde vor Grönland
1884 wurden Überreste der „Jeannette“ an der Ostküste Grönlands gefunden. Durch die Eisdrift waren Bekleidungsstücke von Noros und einige Wrackteile über 2900 km transportiert worden. Dieser Fund brachte Fridtjof Nansen auf den Gedanken, die Drift mit einem Schiff nachzuvollziehen. Das wurde die berühmte Drift der Fram von 1895 bis 1896.
Die Tagebücher von De Long blieben erhalten und wurden später von seiner Frau veröffentlicht. (Siehe Link weiter unten)
Chronologie der Expedition
- 08.07.1879 Aufbruch der „Jeannette“ – Expedition von San Francisco nach den Aleuten.
- 29.08.1879 Jeannette erreicht das Nordpolarmeer
- 06.09.1879 Die „Jeannette“ friert im Eis ein, die Drift beginnt.
- 21.10.1879 Die Mannschaft sichtet die Wrangell Inseln.
- 17.05.1881 Die Mannschaft entdeckt die Jeannette Inseln.
- 01.06.1881 Suchexpedition mit der USS Rodgers verlässt San Francisco
- 13.06.1881 Jeannette wird von Eispressungen zerdrückt und sinkt. Mannschaft kann sich aufs Eis retten. Marsch über das Eis beginnt.
- 28.07.1881 Bennett – Inseln erreicht.
- 04.08.1881 Aufbruch von den Bennett – Inseln
- 12.09.1881 Aufbruch mit drei Schiffen nach dem Lena – Delta. Kommandanten: De Long, Melville und Chipp. Am Abend werden die Schiffe von einander getrennt. Das Schiff von Chipp wird nie wieder gesehen – es bleibt für immer verschollen !!!.
- 15.09.1881 de Long`s Boot erreicht das russische Festland.
- 09.10.1881 Howard, Nindemann und Noros gehen los nach Bulun.
- 02.11.1881 Howard, Nindemann und Noros treffen Melville im Dorf Kumak-Surka wieder.
- 30.11.1881 Das Suchschiff „Rodgers“ geht in der St. Lorenz-Bay durch einen Brand unter. Kapitän Berry und Besatzung finden Unterkunft bei Tschuktschen.
- 31.12.1881 Melville und der Rest der Mannschaft erreichen Iakutsk.
- 12.03.1882 Mr. Williams (Reporter des Harald),Howard, Melville suchen nach De Long.
- 23.03.1882 Der Suchtrupp findet die Leichen von Dr. Ambler und De Long, und den anderen von De Long`s Boot.
- 06.04.1882 Bestattung in Felsengrab.
Literatur
- Scan des Tagebuchs von Kapitän De Long
- Gilder W.G.: In Eis und Schnee – Die Auffindung der Jeanette-Expedition, Verlag F.A.Brockhaus Leipzig 1884
- Nansen F.: In Nacht und Eis, Verlag F.A.Brockhaus, Leipzig 1897
- Rasmussen K.: Heldenbuch der Arktis, Verlag F.A. Brockhaus, Leipzig 1933
- Wittgen, T.: Eismeerdrift, Verlag Neues Leben, Berlin 1979
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