Zuletzt aktualisiert am März 14, 2025
Erik Blutaxt und die Expedition nach Bjarmaland
Die Expedition von Erik Blutaxt (Eiríkr blóðøx) nach Bjarmaland ist eine weniger bekannte, aber faszinierende Episode der Wikingerzeit. Sie zeigt, dass Wikinger nicht nur nach Westen segelten (nach England, Irland oder Island), sondern auch tief in den Osten vordrangen, um zu handeln, zu plündern und neue Gebiete zu erkunden.
1. Was war Bjarmaland?
Bjarmaland war eine Region im hohen Norden Europas, vermutlich entlang der heutigen Küste des Weißen Meeres in Nordwest-Russland. Die Bewohner wurden als Bjarmen bezeichnet und waren wahrscheinlich ein finno-ugrisches Volk, das mit den Vorfahren der heutigen Komi oder anderen ugrischen Gruppen verwandt war.
Wichtige Merkmale Bjarmalands:
- Reichtum: Bjarmaland war bekannt für seine wertvollen Handelsgüter, darunter Pelze (insbesondere Zobel und Hermelin), Walrosselfenbein, Rentiergeweihe und Silber.
- Handel mit den Wikingern: Wikinger aus Skandinavien betrieben regelmäßigen Handel mit den Bjarmen. Die Handelswege führten über Flüsse wie die Nördliche Dwina, die in das Weiße Meer mündet.
- Einfluss aus Kiewer Rus: Ab dem 9. und 10. Jahrhundert geriet Bjarmaland zunehmend unter den Einfluss der Kiewer Rus, eines Reiches, das von skandinavischen Warägern gegründet wurde.
2. Erik Blutaxt: König, Krieger und Plünderer
Erik Haraldsson, genannt „Blutaxt“, war der Sohn des norwegischen Königs Harald Schönhaar. Nach dem Tod seines Vaters versuchte er, seine Herrschaft in Norwegen zu sichern, indem er mehrere seiner Brüder ermorden ließ. Dies brachte ihm seinen berüchtigten Beinamen ein.
Nachdem Erik aus Norwegen vertrieben worden war, führte er ein Leben als Krieger und Söldner. Er wurde zeitweise König von Jórvik (York) in England, aber seine Herrschaft dort war instabil. Die Expedition nach Bjarmaland fand vermutlich in den 920er Jahren statt, also während der Zeit, in der Erik noch auf der Suche nach einer festen Machtbasis war.
3. Die Expedition nach Bjarmaland
a) Ziele der Expedition
Eriks Expedition nach Bjarmaland war vermutlich kein reiner Handelsbesuch, sondern ein geplanter Raubzug. Er wollte sich wertvolle Waren aneignen, die Macht der Wikinger im Osten sichern und möglicherweise Tribut von den Bjarmen erpressen.
b) Die Reiseroute
Es gibt zwei mögliche Routen, die Erik und seine Krieger genommen haben könnten:
- Die See-Route:
- Die Wikinger segelten von Norwegen aus entlang der Küste Finnlands und erreichten das Weiße Meer.
- Anschließend fuhren sie flussaufwärts über die Nördliche Dwina, um die Siedlungen der Bjarmen zu erreichen.
- Die Fluss-Route durch Russland:
- Eine alternative Route führte über die schwedischen Waräger, die über die Flüsse Osteuropas Handelsrouten nach Süden kontrollierten.
- Erik könnte von Novgorod aus (damals unter skandinavischem Einfluss) weiter nach Norden gereist sein.
c) Der Überfall auf Bjarmaland
- Als Erik und seine Männer Bjarmaland erreichten, trafen sie auf wohlhabende Handelssiedlungen. Die Sagas berichten, dass sie einen großen Tempel oder Kultplatz fanden, der mit Silber und wertvollen Gegenständen ausgestattet war.
- Die Wikinger plünderten die Stadt und erbeuteten eine große Menge an Silber, Pelzen und anderen Schätzen.
- Die Bjarmen wehrten sich vermutlich, aber Erik und seine Krieger waren kampferprobt und entkamen mit ihrer Beute.
4. Folgen der Expedition
- Reichtum für Erik: Die Plünderung von Bjarmaland brachte Erik und seinen Männern großen Reichtum, der ihm möglicherweise half, seine Söldnertruppen zu finanzieren.
- Verstärkter Kontakt zwischen Skandinavien und Bjarmaland: Diese Expedition zeigt, dass die Wikinger ihre Expansion nicht nur nach Westen, sondern auch in den Osten vorantrieben.
- Spätere Wikingerzüge nach Bjarmaland: Die Expedition könnte eine Inspiration für spätere Raubzüge gewesen sein. Tatsächlich führte der berühmte norwegische König Harald Hardråde im 11. Jahrhundert ebenfalls einen Angriff auf Bjarmaland durch.
5. Quellen zur Expedition
Die Hauptquellen über Eriks Leben stammen aus den isländischen Sagas, insbesondere:
- „Egils Saga“ – erwähnt Eriks kriegerisches Leben, aber nicht explizit die Bjarmaland-Expedition.
- „Heimskringla“ von Snorri Sturluson – eine der besten Quellen für norwegische Könige, enthält einige Hinweise.
- Archäologische Funde: Es gibt keine direkten Beweise für Eriks Expedition, aber skandinavische Handelskontakte mit Bjarmaland sind durch Funde von Silbermünzen und anderen Artefakten belegt.
Fazit
Erik Blutaxts Expedition nach Bjarmaland war eine der frühesten bekannten Reisen skandinavischer Krieger in diese Region. Sein Angriff auf die Bjarmen zeigt, dass die Wikinger nicht nur als Händler, sondern auch als Eroberer und Plünderer im Osten aktiv waren.
erstellt mit Unterstützung von ChatGPT