Warum wurden in der Arktis Wetterstationen errichtet?
– Das Wetter in den hohen Breitengraden war für die deutsche Kriegsführung extrem wichtig, weil die Deutschen keine Wetterdaten aus „Feindeshand“ bekamen und ihnen auch nicht getraut hätten. So kam es das die Deutschen zahlreiche Wetterstationen in der Arktis errichten mussten.
- Ein Netz von Wetterstationen in der Arktis: http://www.polarnews.ch/arktis/geschichte/311-vergessene-helden
- http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterstationen_der_Wehrmacht_in_der_Arktis
Vorbereitung auf die Expedition:
Im Übungslager „Goldhöhe“ im Riesengebirge werden die Teilnehmer der „Haudegen“-Mission im Winter 1943/44 unter realistischen Bedingungen auf ihren geheimen Einsatz vorbereitet.Der Einsatz war so geheim, das sie selbst nur die Information erhielten: es gehe um einen längeren Aufenthalt im nirgendwo des Nordens, und ihre Angehörigen dürften während der gesamten Zeit keine Nachricht von ihnen erhalten – und umgekehrt.
Die Versuchsstation wurde 1938 von Kurt Herdemerten, nach seiner Rückkehr von der Herdemerten-Grönland-Expedition, gegründet. Auf Anregung von Hans-Robert Knoespel ließ Admiral Fritz Conrad im Winter 1942/43 die Station zum einem Trainingslager der Marinewettertrupps ausbauen.
Die jungen Männer gingen in Wismar an Bord mit dem Ziel Tromsø, dort angekommen erfuhren sie das ihr Voraus-U-Boot, die U-354, auf dem 74. Breitengrad, nahe der Bäreninsel, mit allen Mann und Vorräten in einer Geleitzugschlacht versenkt worden war. Trotz dieser schlechten Nachricht blieben alle Männer freiwillig beim Trupp „Haudegen“. Das U-Boot wurde durch U-307 ersetzt.
Beginn:
Die Expedition wurde mit dem ehemaligen Fischdampfer „Karl J. Busch“ unter Steuermann Sittig und dem Geleit U-Boot 307 am 14.September 1944 zur Wordiebucht im Rijpfjord gebracht. Die Aufgabe des „Wettertrups Haudegen“ war die Erfassung und Übermittlung strategisch wichtiger Wetterdaten für die Krigsführung. Die Männer des Trups „Haudegen“ dürfen um nicht entdeckt zu werden bis zum Eintritt der Polarnacht keine Wetterdaten übermitteln. Die Wetterdaten wurden zu einer Funkstation in Tromsö gefunkt, erst verschlüsselt und später nach der Kapitulation unverschlüsselt.
Mitglieder des Wettertrupp‘s Haudegen:
- Dr. Wilhelm Dege (1910 – 1979) militärischer und wissenschaftlicher Leiter
- Wilfried Maaß, Radiosondendienst und stellvertretender wissenschaftlicher Leiter
- Arthur Baumann, synoptischer Wetterdienst
- Heinrich Ehrich (1921-1974), Funkstationsleiter und stellvertretender militärischer Leiter
- Hannes Semkat, Funk und Wetterdienst
- Heinz Schneider,Funk und Wetterdienst
- Werner Schlösser,Funk und Wetterdienst
- Siegfried Czapka,(18 Jahre) Funk und Wetterdienst
- Heinz Grams,Funk und Wetterdienst
- Gustav Scheidweiler, Funkmechaniker und Wetterdienst
- Josef Reyer, Lager- und Wetterdienst
- – Des weiteren war Dr. Herbert Rieche, stellvertretender Expeditionsleiter (er verließ die Station wieder und sollte 1945 zurück kommen und die Station neu besetzen).
Weitere Unternehmungen:
Da der Operationsbefehl es freistellte auch zivile Forschung zu betreiben, wurden wenn die Zeit es zuließ, Erkundungen der Umgebung oder auch größere Expeditionen wie die Folgende unternommen.
Während des Aufbaues der Station unternahm Dr.Dege und Semkat vom 17. bis 21.September 1944 eine Erkundungsfahrt mit dem U-Bott 307, auf dieser Fahrt wurden auch eventuelle Ausweichlager im Duvefjord, Wahlenbergfjord und Bergströmodden ausgelegt. In dieser Zeit umrundeten die unter dem Kommandanten Herrle Obersteuermann Wiesemann das gesamte Nordostland von Spitzbergen. Das Leben fern ab des Kriegsgeschehens verlief friedlich, die größte Gefahr ging von Eisbären aus, so gab es den Befehl dass die Männer nur zu zweit und bewaffnet die Toilette benutzen durften.
Polarnacht
Wilhelm Dege ließ keine Langeweile in der Polarnacht aufkommen, es gab richtigen Unterricht in den Unterkünften der Mannschaft, mit Fächern wie Erdkunde, Deutsche Literatur,Physik, und Mathematik.
Kapitulation
Am 2.Mai erhält „Haudegen“ die Nachricht, daß Hitler „gefallen“ sei.
Die Männer im hohen Norden wurden nach der Kapitulation vergessen, doch hofften sie auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland, die sollte sich noch um einige Zeit hinziehen. Der Wettertrupp „Haudegen“ wurde erst am 3.September 1945 vom norwegischen Fischkutter „Blåsel“ abgeholt, um ihnen eine weitere Überwinterung zu ersparen.
Die Männer des Wettertrupp‘s waren die letzten deutschen Soldaten die kapitulierten, sie kapitulierten indem sie ihre Waffen dem Kapitän des norwegischen Schiffes auslieferten,
Alle Männer kamen für kurze Zeit in englische Gefangenschaft in Norwegen, aus der sie am Ende des Jahres 1945 entlassen wurden und nach Deutschland zurück kehren durften.
Quelle:
Q3 S. 424 + 425
– http://www.spiegel.de/fotostrecke/kriegsende-in-der-arktis-fotostrecke-106546-7.html
Anmerkung:
Seit Januar 2010 darf das Areal der Anlage „Haudegen“ nicht mehr betreten werden – „Haudegen“ gehört zu den „historischen Stätten“ Norwegens.
Der Deckname «Haudegen» für den Marinewettertrupp leitet sich aus dem Namen seines Leiters Wilhelm Dege ab.
Quelle: http://www.polarnews.ch/arktis/geschichte/311-vergessene-helden
—>Siegfried Czapka ist 90 Jahre alt (2015)←–
Bildquellen:
- http://www.spiegel.de/fotostrecke/kriegsende-in-der-arktis-fotostrecke-106546.html – http://www.spiegel.de/einestages/kriegsende-in-der-arktis-a-946659.html
Weitere Link’s zur Vertiefung:
- http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Haudegen
- http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterstationen_der_Wehrmacht_in_der_Arktis
- http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Zusatz/Heer/Wetterstationen.htm
Buchtip : Wettertrupp »Haudegen« – die letzte deutsche Arktisstation des Zweiten Weltkrieges – Gefangen im arktischen Eis Autor: Wilhelm Dege
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